Gelebte Inklusion und Fürsorge: Die bemerkenswerte "Anstalt für Dorftrottel" in Hamudistan
Mit der Gründung der „Anstalt für Dorftrottel“, kurz „AfD“, hat der weise Scheich von Hamudistan erneut seine außergewöhnliche Fürsorge unter Beweis gestellt. Die Einrichtung bietet Menschen einen geschützten Raum, die sich im eigenen Land fremd fühlen, sobald jemand anders darin vorkommt. Hier können sie ihre Überzeugungen ungehindert austauschen, ohne durch Tatsachen, Rückfragen oder persönliche Bekanntschaften mit den Betroffenen verunsichert zu werden. Die Regierung bezeichnet die Maßnahme als bedeutenden Fortschritt für das friedliche Zusammenleben der übrigen Bevölkerung.
Das pädagogische Konzept verbindet feste Tagesabläufe mit einem behutsamen Schutz vor Widersprüchen. Morgens beklagen die Bewohner beim staatlich finanzierten Frühstück die Verschwendung öffentlicher Gelder. Anschließend fordert der Arbeitskreis „Freiheit und Selbstbestimmung“ verbindliche Vorschriften für Kleidung, Beziehungen und Lebensführung anderer Menschen. Besonders beliebt ist die Gesprächsrunde „Man darf ja nichts mehr sagen“, die täglich über die Lautsprecheranlage übertragen wird. Für ausgefallene Veranstaltungen steht jederzeit ein ausländischer Schuldiger bereit; die Verwaltung hält entsprechende Listen aktuell.
Auch die kulturelle Bildung kommt nicht zu kurz. Im Heimatkundeunterricht lernen die Bewohner, welche Traditionen schon immer zu Hamudistan gehörten und deshalb bis zum nächsten Donnerstag erfunden werden müssen. Die angeschlossene Geschichtswerkstatt restauriert ein goldenes Zeitalter, an das sich zwar niemand erinnern kann, dessen Untergang jedoch zweifelsfrei auf Zuwanderung zurückzuführen ist. Ergänzt wird das Angebot durch Dreckschleuderworkshops, betreutes Fahnenwedeln und einen Lesekreis, in dem Bücher nach dem Einband beurteilt werden. Die anschließende Verbrennung findet aus Brandschutzgründen unter fachkundiger Aufsicht statt.
Für die Sicherheit der Einrichtung zeichnet der Wesir persönlich verantwortlich. Mit besonderer Sorgfalt hat er Wachpersonal ausgewählt, das die Forderung der Bewohner nach einem starken Staat uneingeschränkt teilt. Hohe Mauern, lückenlose Kontrollen und strenge Ausgangsregeln wurden zunächst begeistert begrüßt; einzelne Rückfragen ergaben sich erst bei der Klärung, auf welcher Seite des Zauns man selbst untergebracht war. Beschwerden werden seither im neu eingerichteten Ausschuss „Härte zeigen“ behandelt. Dieser hat bislang sämtliche Beschwerden als Zeichen mangelnder Härte zurückgewiesen.
Schon nach wenigen Wochen meldet die Anstalt beachtliche Erfolge: Die Bewohner fühlen sich täglich bestätigt, der Wesir fühlt sich endlich verstanden, und außerhalb des Geländes können wieder Gespräche stattfinden, ohne dass jemand den Untergang des Landes verkündet. Der Scheich zeigte sich hochzufrieden. Man habe niemandem seine Meinung genommen, erklärte er bei der feierlichen Einweihung des zweiten Zauns. Man habe ihr lediglich einen angemessenen Standort zugewiesen.